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Der Weg nach Hause


Moin moin.

Nachdem der Abschied gekommen war und man tschüss gesagt hatte, (https://www.thailandteilt.net/post/tschuess-alte-heimat) stand nun der Weg nach Hause an.

Leider sind die Zeiten vorbei, als man sich einfach in einen Flieger setzen konnte und 24 Stunden später angekommen ist. Alleine der bürokratische Aufwand, solch eine Rückreise antreten zu können, hatte es schon in sich.

Doch alles von vorne.

Mir war schon von Anfang an bewusst, dass die Rückreise mit dem ein und anderen Aufwand verbunden sein wird, doch da noch kein genaues Rückreisedatum feststand, konnte man sich damit ja auch Zeit lassen. Und sowieso gab es die Hoffnung, dass sich die Einreisebestimmungen lockern werden und die Rückreise am Ende doch viel einfacher sein wird als geplant.

So vergingen die Wochen im September, und auch im Oktober änderte sich nichts. Also wurde es Zeit, die benötigten Unterlagen zusammen zu suchen. Insgesamt wurde in meinem Fall folgendes benötigt:

  • Einreiseerlaubnis der thailändischen Botschaft

  • Gültiger Reisepass

  • Gültiges Visum

  • Einladung des Arbeitgebers

  • Krankenversicherung gegen Covid mit einer Deckung bis 100.000 Euro

  • Vorlage des Flugtickets

  • Bestätigung der Reservierung eines Quarantäne Hotels

  • Nachweis eines negativen Covid-Tests

  • Ein ärztlich beglaubigtes Fit to fly Zertifikat

Nun ja, wenn es sonst nichts ist.

Um die Einreiseerlaubnis zu erhalten, musste man alle oben genannten Dokumente (außer des Covid-Tests und des Fit to fly Zertifikates) bei der Botschaft einreichen und auf die Bestätigung warten (hoffen).

Die thailändische Botschaft nahm sich eine vierwöchige Bearbeitungszeit heraus, und dementsprechend spät sollte man seinen Flug und das Hotel buchen.

Nun gut; durch eine kleine Komplikationen wegen der Zusage der Krankenversicherung war es plötzlich Mitte Oktober.

Jetzt nochmal vier Wochen warten? Das war eigentlich nicht geplant.

Also einfach bei der thailändischen Botschaft angerufen und gefragt, ob man nicht vorbeikommen könnte, um die Unterlagen abzugeben und den Prozess etwas zu verkürzen.

  • "Ja, das sei möglich, der nächste freie Termin sei in zwei Wochen."

Ufff. Ok, immerhin zwei Wochen gespart und genügend Zeit, sich um alle anderen Dokumente zu kümmern.

Der erste November kam und ich stellte fest: Ach ja, ich sollte mal Hotel und Flug buchen.

Da der Abflugtag wegen der Bearbeitungszeit der Botschaft (3-5 Tage) feststand, galt es nun, die preiswerteste Airline herauszusuchen und das Hotel zu buchen.

"Nur" das Hotel zu buchen gestaltete sich dann doch etwas schwieriger. Es stellte sich heraus, dass viele entweder schon ausgebucht oder nicht in der Lage waren, mir an einem Sonntag eine Bestätigung auszustellen.

Auf der anderen Seite vereinfachte es auch den Auswahlprozess, da ich am Ende das Hotel wählte, das mir einzig antwortete.

Bestens vorbereitet ging es dann mit dem Zug nach Frankfurt zur thailändischen Botschaft.

Dort angekommen, schien ich auch nicht der Einzige zu sein, der sich durch das persönliche Erscheinen eine schnellere Bearbeitung der Dokumente erhoffte, jedoch der Einzige unter 40.

Durch ein paar Gespräche erfuhr ich, dass die anderen Herrschaften ihre Flüge für Ende November oder Dezember gebucht hatten, und wir einigten uns auf jugendliches Risiko, dass mein Flug schon in einer Woche ging.



Am Schalter in der Botschaft war ich sichtlich nervös, ob denn alles richtig und ausreichend vorhanden sei. Die nette Dame mir gegenüber war wiederum sichtlich genervt von dem ganzen Aufwand für die paar Reisewilligen.

Zu meiner Erleichterung und auch ihrer Entspannung waren meine Dokumente vollständig und sogar vorbildlich ausgefüllt, so dass sie mir sagen konnte, dass ich nun alles online eintragen kann.

Wie jetzt?

  • “Ja, das System wurde seit heute umgestellt, und sie müssen sich jetzt online registrieren Dort laden sie alles hoch und warten auf eine Bestätigung warten. Wir können hier nichts weiter für sie machen. Tschüss”

Und das funktioniert auch? Einfach online hochladen?

  • “Ja, sie müssen irgendwo auf unserer Webseite einen Link finden und, da können sie sich registrieren.” (Stimmte nicht, aber der Botschaft in Berlin sei Dank)


Und das klappt wirklich? Dann habe ich meine Bestätigung bis Freitag?

  • “Ach, sie fliegen Freitag schon? Ja dann laden sie es besser jetzt sofort hoch. Die Bestätigung für den Flug und das Hotel brauchen sie auch erst ein bisschen später einreichen.”

?!?!

  • “Ja, das wussten wir auch nicht früher und es ist gut, dass sie vorbeigekommen sind, weil ihre Unterlagen kann ich dann einreichen. (Sagte sie und legte die Papiere auf den Haufen, der schon jetzt nach "schreddern" schrie.)”

Nun ja, lassen wir es dabei.

Frankfurt ist eine schöne Stadt.



Also zu Hause alles schön brav hochladen und warten.

Tag Eins: nichts

  • Noch einmal bei der Botschaft anrufen und nett darauf hinweisen, dass man in wenigen Tagen fliegen würde. “Ja, dringende Angelegenheiten werden als erstes bearbeitet” - “Super, Danke. Denn ich fliege am Sonntag.” - “Sonntag schon?! - Name und Nummer bitte, sofort.”

Tag Zwei: Ablehnung wegen einer zu niedrigen Deckung der Krankenversicherung

  • Ach wie schön wäre es, jetzt am Schalter sein Gegenüber darauf aufmerksam machen zu können, das Dokument vollständig bis zum Ende zu lesen und den richtigen Wert zu finden. Und online? Man öffnet 'Paint', verunstaltet das Dokument mit gelber Markierung an der entsprechenden Stelle, und lädt es wieder hoch.

Tag drei: Bestätigung der Dokumente und Hochladen der Flug- und Hotelbestätigung

  • Es ist schon ein angenehmes Gefühl, wenn man im Vorhinein alles vorbereitet hat und mit gutem entspannten Gewissen den Prozess durchlaufen kann.


Tag vier: Erhalt der Einreiseerlaubnis der thailändischen Botschaft

  • Damit wurde es nun endlich ernst. Den Koffer noch ein letztes Mal umpacken und dann von Familie und Freunden verabschieden.


Tag fünf: Covid Test und warten.

  • Ein positiver Test könnte mir einen Tag vor Abflug so ziemlich alle Planungen zunichte machen. Dementsprechend angespannt ging man in die letzten Stunden vor dem geplanten Abflug.

Tag fünf (später): Negatives Testergebnis.

  • Erleichterung.


Tag sechs: Fit to fly Zertifikat

  • Der Arzt, der mir das negative Covid-Testergebnis bescheinigte, garantierte mir nicht, dass dies als “Fit to fly Zertifikat” anerkannt wird. Wie viel Risiko ist man bereit zu gehen, vor allem wenn man schon so weit gekommen ist? Also noch einen am Wochenende praktizierenden Arzt aufgesucht, um ein offizielles Schreiben zu erhalten. Ach wie schön war das Gefühl vor drei Tagen, als man vorbereitet war. Mit dem Wissen über das Aussehen des Zertifikats und dessen Kontrolle, weiß man, dass wohl auch eine Serviette mit “Fit to fly” ausgereicht hätte. Nun gut, wie viel Risiko ist man bereit zu gehen.

Tag sieben: Auf zum Flughafen.

  • Endlich ein Gefühl der Entspannung. Man hat alle Unterlagen und der Flug wurde einem auch nicht gestrichen. Jetzt noch die letzten Stunden in Deutschland genießen und dann geht es in den Flieger.

Beim Einchecken wurden nochmal alle Dokumenten überprüft und nach Abnahme dachte man, dass jetzt eigentlich alles überstanden sei.


Dann positives Testergebnis bei der Kontrolle auf Sprengstoff im Sicherheitscheck.


In einem kurzen Gespräch fragte mich die Bundespolizei, warum ich denn das Eiweißpulver nicht vorher mit Wasser oder Milch auffülle, sondern ohne Flüssigkeit in den Flieger mitnehme.

?!?!

Auf der einen Seite kann so eine Rückreise witzig sein, auf der anderen ist man auch froh, irgendwann mal ankommen zu dürfen.

Dieses Bedürfnis teilte ich mit gar nicht mal so vielen.



Der Flughafen war an sich schon sehr leer und kaum besucht, und wenn man die wenigen Besucher dann noch auf die einzelnen Flieger verteilt, endet man mit 20 weiteren Passagieren auf dem Weg nach Abu Dhabi.

Eine halbwegs leere Wartehalle ist das eine, ein leerer Flieger nochmal etwas anderes.

Verglichen mit diesem war mein Hinflug nach Helsinki regelrecht ausgebucht.


So konnte man sich fast allen Platz nehmen, den man brauchte.

Zumindestens in seiner Sitzreihe, denn den Platz zu wechseln war nicht erlaubt, da alles nachverfolgbar bleiben musste.

Nun gut, das ist bei 20 Passagieren auch wirklich schwer, wenn diese sich von der Fensterreihe in den Mittelgang schlafen legen.

In Abu Dhabi angekommen war es eigentlich das gleiche Bild.

Ein leerer Flughafen, die Geschäfte größtenteils geschlossen, und alles mehr auf Notbetrieb eingestellt.

Notbetrieb bedeutet auch, dass von hier Flugzeuge in alle Welt starteten.

Sowohl nordasiatische als auch afrikanische Länder wurden angesteuert und eben Südostasien.

Ein bisschen verwundert war ich als ich folgende Personen an einem Gate antraf:


Verglichen zu allen anderen am Flughafen, sahen sie doch ein bisschen fehl am Platz aus.

Nächstes Flugziel: Shanghai.

Nun gut, Vorsicht geht vor.

Men Anschlussflug nach Bangkok setzte sich dann aus einer Mischung aus Europäern und Thais zusammen, die sich aus ganz Europa auf den Weg in die Heimat oder Urlaub machten.


Oder auch wieder nach Hause geschickt wurden.

Eine thailändische Frau erzählte, dass ihr die Einreise (oder der Aufenthalt) von der Botschaft in Amsterdam verwehrt wurde und sie die Rückreise antreten musste.

Nun ja, die Sache mit dem Risiko.


Am Ende kamen wir insgesamt auf 17 Passagiere - wer hätte das vorher gedacht.

Dementsprechend war der Flieger dann auch voll.

Wieder eine ganze Reihe für mich alleine, und man muss so einen Luxus noch so lange wie möglich wertschätzen.


Dann endlich, nach ungefähr 18 stündiger Reise, die Ankunft in Bangkok.

Und es sieht immer noch so aus wie vorher, nur ohne Menschen.

Der Flughafen glich mehr einer einzigen großen Schleuse.

Überall am Rand stand das "Flughafen - Infektionsschutz - Personal" und wies einem den Weg, dass man doch bloß nicht einen falschen Schritt machte.


Man wurde an gefühlt zehn unterschiedlichen Stationen vorbeigeführt, die alle immer wieder die gleichen Papiere kontrollierten. Dann noch Fieber messen und antworten, ob es einem gut geht und wehe man sagte das Falsche.

Die Leute in den Anzügen standen schon bereit.


Ob man dann nach Shanghai geschickt wurde?

Auch wurde penibel auf Abstände geachtet und alles auf einen reibungslosen Ablauf ausgelegt.



Und dieser Ablauf wurde auch garantiert. Man kann es amüsant finden, dass man sich alle 100 Meter erneut auf Stühle setzen musste und warten, bis die nächste Gruppe an die nächste Station geleitet wurde, doch das System funktionierte. Es gab nirgends längere Wartezeiten.

Verglichen mit anderen Ankünften hatte es schon fast etwas Angenehmes, auch wenn wir hoffen wollen, dass dies irgendwann die Ausnahme war.


Man kann vom thailändischen System auch an sich halten was man möchte, jedoch in seiner Umsetzung läuft es sehr gut und ohne Komplikationen. Also am Flughafen.


Außer bei der Visakontrolle, als mir gesagt wurde, dass da etwas nicht in Ordnung sei.

Noch einmal zusammengefasst, wer sich diese Dokument vorher alles angeschaut hat:

  • Ich

  • Der Schalter der thailändischen Botschaft

  • Die Online-Bearbeitung der thailändischen Botschaft

  • Der Emirates Schalter in Frankfurt

  • Der Emirates Schalter in Abu Dhabi

  • Die Platzeinweiser in Bangkok

  • Die Infektionsspezialisten in Bangkok

  • Die anderen in Anzügen in Bangkok

Und nun

  • Die Einwanderungsbehörde und sie haben nun mal das letzte Wort.

20 Minuten, 4 Kollegen und ein ungewöhnlicher Eintrag in meiner Visum-Datenbank später, stand ich am Kofferband und wusste:

Ich bin angekommen.

Zeit endlich nach Hause zu gehen.

Nun, fast.

Wäre da nicht die Quarantäne.

Zwei Wochen Zwangsunterbringung auf eigene Kosten in einem Hotelzimmer, das ich nicht verlassen darf.

Willkommen zu Hause.


Bald.

Ganz bald.


Bis dahin kannst du hier erfahren, wie ich meine altes Zuhause verabschiedet habe: https://www.thailandteilt.net/post/tschuess-alte-heimat


Mit doch erleichternden Grüßen,

Renke

Pinn mich:





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