Zwischen Bangkok & Palmen #59
- Renke Schulz

- 5. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Same same, but different – Visum Edition
Moin moin und Sawadee krap,
Ein weiterer Deutschlandbesuch steht demnächst an. Dieses Mal jedoch nicht allein – ich nehme meine Freundin mit. Für sie wird es der erste Schritt nach Europa sein, für uns beide die erste gemeinsame Überwindung der Schengen-Mauer.
Und ich sag’s, wie es ist: Die Geschichten aus diversen Facebook-Gruppen klangen eher nach Abschreckung als nach Willkommenskultur. Wochenlange Wartezeiten, absurde Anforderungen und ein Dokumenten-Dschungel und ~Wahnsinn, der irgendwo zwischen Steuererklärung und Hausbau einzuordnen ist.
Zum Glück wusste ich dank meiner Kollegin , welche Unterlagen wirklich relevant sind. Die angesammelten und ausgefüllten Formulare kamen insgesamt doch auf mutmaßlich drei Kilo. Wobei der ellenlange Sponsorenbrief meines Vaters vermutlich seinen Teil zum Gewicht beigetragen hat.
Und da das noch nicht reichte, musste meine Freundin noch über ihren Arbeitgeber versichern, dass sie Deutschland auf jeden Fall wieder verlassen wird. Schöner erster Eindruck, um eine Reise zu planen.
Den Stapel brachten wir dann zur zuständigen Agentur. Bei der ersten Durchsicht fiel auf, dass wir ein Dokument „falsch“ ausgefüllt hatten – ich hätte meinen Namen eintragen sollen und nicht den meines Vaters, wie es die Dokumentanleitung verlangte. Daraufhin kam nur ein: „Yes, same same, but different. Pay 80 Baht.“
Ach, thailändische Mentalität – eigentlich will ich dich gar nicht verlassen.

Im richtigen Büro angekommen, standen wir plötzlich vor einer ganzen Wand an Kunden-Schaltern, ausgelegt für hunderte Anträge pro Tag. Und irgendwie stand an fast allen Schaltern ein kleines Deutschlandfähnchen. Entweder ist Deutschland beliebter als gedacht… oder jedes Land darf sich zu einer anderen Tageszeit als Sehnsuchtsziel präsentieren.
Mit dem Einreichen der Papiere stieg dann allerdings die Sorge bei meiner Freundin, ob Bankdokumente oder Grundbucheinträge wirklich ausreichen würden. Die Aufregung der Reise war damit auf jeden Fall schon spürbar.
Und dann dauerte es ganze drei (3!!!) Bearbeitungstage, bis wir die Mitteilung zur Abholung erhielten. Das ist mal deutsche Effizienz – wobei der Brief von der österreichischen Botschaft kam.

Ach, thailändische Mentalität, du bist einfach unschlagbar: Deutschland und Österreich – different, but same same.
Liebe deutsche Behörden, keine Sorge – wir bleiben nicht.
Vielleicht wollt ihr ja sogar mitkommen – dann könnt ihr das Postkartenmotiv auch riechen.
Postkarte aus Thailand
Denn kurz vor Beginn der Regenzeit beginnt in Thailand auch die Blütezeit vieler Pflanzen.
Das Bild ist im Benchakitti Park in den Morgenstunden entstanden – und zeigt die zarten, rosa-violetten Blüten der Tabebuia rosea, die sich gerade überall ihren Platz zurückholen.

Ich muss gestehen, dass sich der Park langsam zu einem meiner Lieblingsorte in Bangkok entwickelt. Doch dazu an anderer Stelle mehr.
Jetzt heißt es erst einmal Regenjacke besorgen, wobei wenn wir Glück haben brauchen wir sie weder auf der einen, noch auf der anderen Seite der Welt.
Mit blühenden Grüßen aus Bangkok,
Renke
Thailand teilt: Zwischen Bangkok & Palmen
Zum Schluss noch ein kleiner Hinweis:
Vielen lieben Dank, dass ich diese kleine Geschichte aus meinem Alltag mit euch teilen durfte.
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